Dieses Jahr besonders spürbar – Hitze. Im Juni wurden in Feldkirch 14 Hitzetage in Folge mit Temperaturen über 30 °C gemessen – ein neuer Höchstwert[1]. Und die nächste Hitzewelle[2] steht bevor. Gleichzeitig rücken die gesundheitlichen Folgen von Hitze zunehmend in den Fokus. Wie gut ist der Walgau auf die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels vorbereitet ist? Und was hilft Menschen, auch an heißen Tagen ohne Auto mobil zu bleiben? Diesen Fragen widmete sich der Klimaresilienz-Check Gesundheit 2050 (KLIC) der Regio Im Walgau gemeinsam mit der aks Gesundheit Vorarlberg und der Gesundheit Österreich GmbH.
Wie hängen Klima, Gesundheit und soziale Teilhabe zusammen?
Hitze wird zunehmend zu einer Herausforderung für Gesundheit und Lebensqualität. Besonders betroffen sind Menschen, die an heißen Tagen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Dadurch können Mobilität und soziale Teilhabe eingeschränkt werden – zwei wichtige Voraussetzungen für ein gesundes und selbstbestimmtes Leben.
Mehr Hitzetage und die gesundheitlichen Auswirkungen zeigen: Klima und Gesundheit sind eng miteinander verwoben.
Wichtig ist in diesem Kontext zu erwähnen: Hitze betrifft alle, aber nicht alle gleichermaßen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Pflege- und Betreuungsbedürftige. Die Anpassung an zunehmende Hitze ist deshalb auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.
Hitze und Gesundheit – ein Thema mit vielen Facetten:
Hitze belastet den Körper und kann zu Erschöpfung, Kreislaufproblemen oder anderen gesundheitlichen Beschwerden führen. Klimabedingte Ereignisse können chronische Krankheiten oder Allergien verstärken oder die medizinische Versorgung erschweren. Hitzestress belastet zudem die psychische Gesundheit, wie durch erhöhtes Stress- oder Aggressionspotenzial oder Vereinsamung. Der Zusammenhang zwischen Klima und Gesundheit betrifft darüber hinaus viele weitere Bereiche unseres Alltags – von Pflege und Gesundheitsversorgung über Landwirtschaft und Arbeitswelt bis hin zu (Haus-)Tieren und unseren Lebensräumen.
Klimaresilienz-Check Gesundheit (KLIC Gesundheit 2050) Walgau
Der Klimaresilienz-Check Gesundheit (KLIC) 2050 Walgau wurde zwischen Juli 2025 und Juni 2026 in einem mehrstufigen Beteiligungsprozess umgesetzt. Nach der Analyse regionaler Daten zu Klima, Gesundheits- und Pflegekapazitäten, sowie sozialen Rahmenbedingungen erarbeiteten lokale Fachleute aus unterschiedlichen Praxisbereichen gemeinsam mögliche Handlungsansätze. In einer anschließenden Online-Befragung bewertete die Bevölkerung die vorgeschlagenen Maßnahmen und brachte zusätzliche Perspektiven ein.
Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Besonders wichtig sind aus Sicht der Bevölkerung mehr Schatten, Sitzgelegenheiten und Trinkbrunnen entlang wichtiger Alltagswege, sichere Rad- und Fußwege sowie gut verständliche Informationen zu kühlen Orten und hitzetauglichen Routen. Ergänzend können Fahr- und Begleitdienste, Leihräder und kurze Wege im Alltag – etwa durch gebündelte Angebote wie Einkauf, Ärzt:innen und Begegnungsorte an einem Standort – besonders unterstützen. Diese Ansatzpunkte liefern Gemeinden, Region und Fachorganisationen eine wichtige Grundlage, um Hitzeschutz, Mobilität und Gesundheitsförderung künftig noch stärker gemeinsam zu denken und gezielt weiterzuentwickeln.
Den vollständigen KLIC 2050 Bericht, sowie eine Karte zu „coolen Plätzen“ im Walgau oder Hitzeinfos gibt’s auf der Regio Walgau Homepage.
[1] Wetterring Vorarlberg
[2] Von einer Hitzewelle spricht man, wenn die Temperaturen über mindestens 3 Tage hinweg bei über 30°C liegen.
Bludenz, Juni 2026 – Wie wollen Menschen im Süden Vorarlbergs künftig wohnen? Was brauchen Familien, ältere Menschen oder touristisch geprägte Gemeinden? Und welche Handlungsmöglichkeiten haben Gemeinden, wenn Wohnraum knapp, teuer oder nicht passend genutzt wird? Mit diesen Fragen haben sich 37 Gemeinden aus Walgau, Montafon, Klostertal-Arlberg, Großem Walsertal, Brandnertal und der Stadt Bludenz im Rahmen des LEADER-Projekts „Wohnen in Vorarlberg Süd“ intensiv auseinandergesetzt. Das Projekt ist formal abgeschlossen – das Thema Wohnen bleibt für die Region aber zentral.
Daten sichtbar machen
In den vergangenen eineinhalb Jahren wurde in Vorarlberg Süd (V:Süd) eine gemeinsame Arbeitsgrundlage für wohnungspolitische Entscheidungen geschaffen. Ein zentrales Ergebnis ist die interaktive Karte zur Wohnsituation in V:Süd, die dauerhaft öffentlich zugänglich bleibt. Sie macht Daten zu Familien und Haushalten, leistbarem Wohnen, Wohnumfeld, Wohnen im Alter und touristisch geprägten Regionen anschaulich sichtbar. Damit steht Gemeinden, Fachleuten und interessierten Bürger:innen ein Werkzeug zur Verfügung, das Entwicklungen nicht nur beschreibt, sondern vergleichbar und diskutierbar macht.
„Wir haben mit V:Süd gezeigt, dass regionale Zusammenarbeit sehr konkret werden kann. 37 Gemeinden schauen gemeinsam auf Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten – und schaffen damit eine Grundlage, auf der weiter aufgebaut werden kann“, sagt Simon Tschann, Sprecher der ARGE V:Süd und Bürgermeister der Stadt Bludenz.
Wohnen ist mehr als die Frage nach Gebäuden
Wichtige Impulse kamen aus der Fachveranstaltung im Juni 2025 und dem Symposium „Wohnen im Alter“ im März 2026. Dort wurde deutlich: Wohnen ist weit mehr als die Frage nach Gebäuden oder Grundstücken. Für die Menschen spielen leistbarer Wohnraum, Mobilität und funktionierende Ortsstrukturen eine zentrale Rolle. Beim Wohnen im Alter rücken bestehende Einfamilienhäuser und die soziale Einbindung aller Bewohner:innen in den Mittelpunkt. Ebenso können neue Formen von Nachbarschaft angedacht werden.
Ergänzend dazu wurde in Zusammenarbeit mit CIPRA International Lab die Podcast-Reihe „Wohnen in V:Süd“ umgesetzt. In drei Folgen werden zentrale Fragen rund ums Wohnen greifbar gemacht – von demografischem Wandel und Wohnen in Alpenregionen über Mehrgenerationenwohnen bis hin zu betreubarem Wohnen und Selbstständigkeit im Alter. Die Podcasts stehen online zur Verfügung: https://www.v-sued.at/podcast-reihe-wohnen-in-vsued/.
Zwischen persönlicher Vorsorge und kommunaler Verantwortung
Gerade das Thema Wohnen im Alter zeigte, wie stark kommunale Planung und persönliche Lebensentscheidungen ineinandergreifen. Viele Menschen möchten möglichst lange selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Gleichzeitig sind viele Häuser nicht barrierefrei oder Wohnflächen werden nur teilweise genutzt. Häufig fehlen passende Angebote zwischen „zu Hause wohnen“ und Pflegeheim. Für Gemeinden bedeutet das: Es braucht langfristige Strategien – basierend auf guten Daten – Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung und Räume für neue Lösungen.
„Das Projekt hat uns gezeigt, dass Wohnen nicht erst dann Thema werden darf, wenn der Druck schon groß ist. Gemeinden können Rahmenbedingungen schaffen – aber jede und jeder Einzelne ist gefordert, sich frühzeitig mit der eigenen Wohnsituation auseinanderzusetzen“, so Martin Burtscher, Obmann der Regio Klostertal-Arlberg und Bürgermeister in Dalaas.
Aus den zahlreichen Erkenntnissen sind konkrete Handlungsempfehlungen entstanden, die den Gemeinden als Kompass für zukünftige Entscheidungen dienen. Sie zeigen auf, wie bestehender Wohnraum besser genutzt, altersgerechte Wohnformen ermöglicht und lebenswerte Quartiere gestaltet werden können. Gleichzeitig machen sie deutlich, bei welchen Themen eine Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg besonders sinnvoll ist.
Die Zusammenarbeit geht weiter
Der größte Mehrwert von V:Süd liegt jedoch nicht nur in einzelnen Ergebnissen, sondern im gemeinsamen Prozess. Die beteiligten Regionen und Gemeinden haben begonnen, über Gemeinde- und Regionsgrenzen hinweg an sozialen und räumlichen Zukunftsfragen zu arbeiten. Diese Zusammenarbeit kann nun auch für weitere Themen genutzt werden – insbesondere im Bereich der Sozialraumplanung, wo überregionale Abstimmung künftig eine wichtige Rolle spielen wird.
Erste konkrete Schritte sind bereits sichtbar: In Schnifis wird das Thema „Wohnen im Alter“ am 14. September weiter vertieft, im Großen Walsertal wird für 10. Oktober ein Zukunfts.Dialog zum Thema Wohnen vorbereitet. Damit zeigt sich: Die geförderte Projektphase endet, die gemeinsame Arbeit an guten Wohn- und Lebensbedingungen in Vorarlberg Süd geht weiter.
Weitere Informationen zum Projekt, zu den Podcasts und zur interaktiven Karte finden Sie auf www.v-sued.at.
Factbox ARGE V:Süd
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Kooperations-partner V:Süd |
Regio Großes Walsertal |
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Zeitraum |
Jänner 2025 bis Juni 2026 |
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Hintergrund |
Das Projekt V:Süd wurde durch LEADER finanziert. |
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Zitate |
„Wir haben mit V:Süd gezeigt, dass regionale Zusammenarbeit sehr konkret werden kann. 37 Gemeinden schauen gemeinsam auf Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten – und schaffen damit eine Grundlage, auf der weiter aufgebaut werden kann.“ ------------------------------------------------------ „Das Projekt hat uns gezeigt, dass Wohnen nicht erst dann Thema werden darf, wenn der Druck schon groß ist. Gemeinden können Rahmenbedingungen schaffen – aber jede und jeder Einzelne ist gefordert, sich frühzeitig mit der eigenen Wohnsituation auseinanderzusetzen.“ |
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Fotos |
Quelle: V:Süd/Stadt Bludenz |
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Rückfragen |
Koordination V:Süd |
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